Die beste kostenlose Vokabel-App für Englisch
Im App Store und bei Google Play trägt fast jede Sprach-App das Label „Kostenlos". Die Installation kostet tatsächlich nichts — und damit enden die Gemeinsamkeiten. In der einen App lernst du monatelang, ohne je an eine Bezahlschranke zu stoßen, in der nächsten funktioniert die Gratisversion, zeigt aber nach jeder Übung Werbung, und in der dritten erscheint nach drei Tagen der Abo-Bildschirm.
Entscheidend ist deshalb nicht, ob eine App eine Gratisversion hat, sondern wo diese Version aufhört und ob der Rest reicht, damit der Wortschatz wächst. Im Folgenden: wie Gratisversionen gebaut sind, was eine brauchbare enthalten muss und was die bekannten Apps ohne Geld hergeben.
Drei Arten von „kostenlos"
Hinter demselben Wort im Store stecken drei verschiedene Modelle.
- Kostenlos mit Grenzen. Lernen kannst du so viel du willst, aber ein Teil der App ist zu: Werbung zwischen den Übungen, ein Limit für Fehler, kein Offline-Modus, beschnittene Statistik. So arbeiten die meisten Sprach-Apps.
- Kostenloses Schaufenster. Die ersten Lektionen oder ein paar Testtage sind offen, danach kommt das Abo. Formal gratis, praktisch eine Demo.
- Wirklich kostenlos. Open-Source-Software, die eine Community pflegt. Beim Vokabellernen gibt es dafür im Grunde ein Beispiel — Anki — und selbst da nicht überall: Auf iOS ist die offizielle App kostenpflichtig.
Keines dieser Modelle ist an sich schlecht. Wichtig ist zu wissen, worauf du verzichtest, wenn du nicht zahlst — und das nicht erst nach einem Monat Lernen zu merken.
Was eine Gratisversion können muss
Für den Wortschatz zählen fünf Dinge. Deckt die kostenlose Version sie ab, kannst du die Suche beenden.
- Eigene Wörter. Du musst jedes Wort und jede Wendung hinzufügen können, die dir begegnet ist — in einer Serie, in einer Nachricht, bei der Arbeit. Eine App mit fester Wortliste bringt dir den Wortschatz von jemand anderem bei.
- Karten, die sich selbst bauen. Übersetzung, Beispielsatz und Aussprache sollten automatisch erscheinen. Wenn du jede Karte von Hand zusammenstellst, frisst die Vorbereitung genau die Zeit, die du fürs Wiederholen eingeplant hattest.
- Spaced Repetition. Ein Wort sollte kurz bevor du es vergisst zurückkommen, nicht irgendwann. Wie dieser Mechanismus funktioniert, haben wir im Artikel über Spaced Repetition und das Vergessen erklärt.
- Abrufen statt Wiedererkennen. Aus vier Optionen die richtige zu wählen ist Wiedererkennen: fällt leicht, bleibt schlecht hängen. Das Wort selbst aus dem Gedächtnis zu holen ist schwerer und wirkt deutlich besser.
- Kurze Einheiten. Zehn Minuten am Tag schaffst du wirklich jeden Tag. Eine Vierzig-Minuten-Lektion lässt du beim dritten Mal ausfallen.
Diese Liste kannst du an einem Abend durchprobieren: Füge fünf Wörter hinzu, die dir letzte Woche begegnet sind, und zähle, wie viele Schritte nötig waren, bis daraus Karten mit Übersetzung, Beispiel und Ton wurden.
Was die bekannten Apps kostenlos hergeben
Das ist der Stand der Gratisversionen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Bedingungen ändern sich hin und wieder, die Grundlogik hält sich aber seit Jahren.
| App | Kostenlos | Wofür Geld verlangt wird |
|---|---|---|
| VibeLing | Die komplette App: eigene Wörter, Übersetzung, Beispiele, Audio, Spaced Repetition, alle Übungstypen. Ohne Wortlimit und ohne Registrierung | Die Bezahlversion schaltet die Werbung ab — sonst gibt es keinen Unterschied |
| Anki | Die volle Version am Computer und auf Android (AnkiDroid), ohne Limits und Werbung | Die App für iPhone und iPad, einmaliger Kauf |
| Quizlet | Sets anlegen, Karteikarten, fertige Sets anderer Nutzer, Basis-Lernmodi | Ein Teil der Lernmodi, Offline-Nutzung und werbefreies Lernen |
| Duolingo | Der komplette Kurs, aber mit Werbung und Fehlerlimit | Das Abo entfernt Werbung und Limits |
| Memrise | Ein Teil der Inhalte und die Videos mit Muttersprachlern | Voller Zugriff auf die Kurse, per Abo |
Wo es die Apps gibt:
- VibeLing: App Store · Google Play
- Anki: App Store · Google Play — auf iOS ist das das kostenpflichtige AnkiMobile, auf Android das kostenlose AnkiDroid
- Quizlet: App Store · Google Play
- Duolingo: App Store · Google Play
- Memrise: App Store · Google Play
Wer die Apps lieber danach vergleicht, wie sie Wörter beibringen, statt danach, was sie kosten, findet das hier: sieben Vokabel-Apps im Vergleich.
So holst du aus der Gratisversion das Maximum
- Nimm das Tageslimit als Tempo, nicht als Hindernis. Fast jede Gratisversion hat eine Obergrenze: so und so viele neue Wörter oder Lektionen pro Tag. Zehn neue Wörter am Tag sind dreihundert im Monat — und die willst du auch noch wiederholen.
- Zahl nicht für das, was du nicht nutzt. Der Offline-Modus lohnt sich, wenn du in der U-Bahn ohne Empfang lernst. Lernst du zu Hause, bringt dir diese Zeile im Abo nichts.
- Kein App-Zoo. Drei kostenlose Apps gleichzeitig sind drei halbfertige Wortlisten. Besser ist ein Ort, an dem sich deine Wörter sammeln.
- Erst ein Monat, dann Geld. Wenn du nach einem Monat immer noch täglich die App öffnest und dich Werbung oder Limits stören, lohnt sich das Bezahlen. Hast du in Woche zwei aufgehört, hätte die Bezahlversion nichts geändert.
Was bei VibeLing kostenlos ist
VibeLing ist um eine Situation herum gebaut: Du hast ein unbekanntes Wort gehört oder gelesen und willst es behalten. Du fügst das Wort oder die ganze Wendung ein, und die App holt Übersetzung, Beispielsätze und Aussprache selbst — eine Karte musst du nicht von Hand bauen. Danach landet das Wort in der Wiederholung nach Intervallen, und die Übungen zielen aufs Abrufen: das fehlende Wort im Satz ergänzen, Buchstabe für Buchstabe eintippen, laut aussprechen.
Kostenlos ist hier die ganze App: Wörter kannst du ohne Limit hinzufügen, eine Registrierung ist nicht nötig. Finanziert wird das über Werbung, die aber selten auftaucht — manchmal vor einer Übungsrunde oder wenn du viele neue Wörter auf einmal hinzufügst. Die Bezahlversion entfernt nur diese Werbung; hinter ihr ist keine Funktion eingeschlossen.
Was wofür passt
- Du fängst bei null an und fürchtest, aufzugeben — das kostenlose Duolingo trägt dich durch die ersten Monate.
- Du lernst für eine Prüfung nach einer fertigen Wortliste — Quizlet.
- Du stellst dein System gern selbst ein und hast die Zeit — Anki am Computer oder auf Android.
- Du willst die Wörter aus deinen Serien, Büchern und Arbeits-Chats behalten — VibeLing.
Die Gratisversion reicht fast allen — vorausgesetzt, du lernst jeden Tag ein bisschen, statt zu erwarten, dass ein Abo die Arbeit übernimmt. Fang klein an: leg dir dein eigenes Englisch-Wörterbuch an, füge zehn Wörter aus der letzten Woche hinzu und prüfe nach sieben Tagen, wie viele davon ohne Hilfe kommen.